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Migration & Relaunch

Shopware-Migration: Ablauf, Dauer & Kosten (2026)

Von Shopify, WooCommerce oder Magento zu Shopware wechseln? Schritt-für-Schritt-Ablauf, realistischer Zeitplan (~3 Wochen), 301-Redirect-Strategie und ehrliche Kosten.

Du überlegst, von Shopify, WooCommerce oder Magento zu Shopware zu wechseln. Vielleicht wegen der Gebühren, vielleicht wegen der Grenzen deines aktuellen Systems, vielleicht weil dein Shop einfach herausgewachsen ist. Egal was der Auslöser ist – die zwei Fragen, die dir wirklich auf der Seele liegen, sind: Wie lange dauert das? und Was kostet mich das?

Ich gebe dir hier keine Marketing-Antwort, sondern die aus der Praxis. Eine saubere Migration mit klarem Scope dauert rund drei Wochen und kostet in der Regel zwischen 15.000 und 25.000 €. Warum das so ist und wo die Fallstricke liegen, gehen wir jetzt Schritt für Schritt durch.

Der Ablauf: Schritt für Schritt

Eine Migration ist kein „Daten kopieren". Es ist ein kleiner Umzug mit vielen beweglichen Teilen. So sieht der Ablauf aus, wenn er sauber läuft:

1. Analyse & Datenaudit (Woche 1)

Bevor irgendetwas migriert wird, schauen wir uns an, was du eigentlich hast. Wie viele Produkte, wie viele Varianten, wie sind deine Kategorien strukturiert, wie viele Kunden und Bestellungen, welche Zahlungs- und Versandarten, welche Plugins/Apps hängen dran? Hier entscheidet sich der halbe Projekterfolg. Ein Shop mit 500 sauberen Produkten ist ein anderes Projekt als 40.000 Produkte mit inkonsistenten Attributen.

In dieser Phase wird auch die Redirect-Landkarte vorbereitet – dazu gleich mehr, denn das ist der teuerste Fehler, den man machen kann.

2. Datenmigration (Woche 1–2)

Jetzt wandern die Daten. Und zwar in dieser Reihenfolge, weil sie voneinander abhängen:

  • Kategorien & Struktur – das Gerüst zuerst.
  • Produkte & Varianten – inklusive Attribute, Preise, Bilder, Beschreibungen, SEO-URLs. Varianten sind der klassische Stolperstein: Shopify „Variants", Woo „Variations" und Magento „Configurable Products" funktionieren jeweils anders als Shopware-Varianten. Das muss gemappt werden, nicht bloß importiert.
  • Kunden – inkl. Adressen und (verschlüsselter) Passwort-Hashes, damit sich niemand neu registrieren muss.
  • Bestellungen – historische Bestellungen für Reklamationen, Buchhaltung und Kundenhistorie.

3. Theme & Frontend (Woche 2)

Design wird nicht 1:1 kopiert – Shopware hat eine eigene Storefront-Logik. Bei einem Move-Projekt setzen wir auf ein sauberes, performantes Theme, das deine Marke trägt, ohne dass wir jedes Pixel deines alten Shops nachbauen (das wäre teuer und meist gar nicht gewünscht).

4. SEO & Redirects (Woche 2–3)

Der wichtigste technische Teil. Siehe unten.

5. Testing (Woche 3)

Checkout durchklicken, Zahlarten testen, Bestellbestätigungen, Steuersätze, mobile Ansicht, Redirects prüfen. Nichts geht live, was nicht durchgetestet ist.

6. Go-live

DNS umstellen, letzten Delta-Import fahren (Bestellungen/Kunden der letzten Tage), Redirects scharf schalten, Monitoring an. Dazu unten mehr.

Die SEO-Redirect-Strategie: der teuerste Fehler, den du vermeiden musst

Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann diese: Die häufigste und teuerste Katastrophe bei Migrationen ist der Verlust deines Google-Rankings durch fehlende oder falsche Redirects.

Dein alter Shop hat URLs wie /products/blaue-jacke. Shopware erzeugt andere URLs, z. B. /blaue-jacke/. Wenn du die alte URL einfach sterben lässt, landet jeder Google-Besucher – und der Google-Bot – auf einer 404-Seite. Google wirft dich aus dem Index, dein über Jahre aufgebauter Traffic bricht innerhalb von zwei bis vier Wochen ein. Ich habe Händler gesehen, die nach einer „billigen" Migration 60 % ihres organischen Traffics verloren haben. Das ist teurer als jedes Projekt.

So macht man es sauber:

  1. Vollständiger URL-Export des alten Shops – jede indexierte URL (Google Search Console + Crawl mit Screaming Frog).
  2. 1:1-Mapping alt → neu – jede alte URL bekommt ein eindeutiges neues Ziel. Nicht pauschal alles auf die Startseite umleiten (das ist ein „Soft-404" und hilft dir nicht).
  3. 301-Redirects (permanent) – nicht 302. 301 vererbt die „Link-Power" an die neue URL.
  4. Test vor Go-live – die Mapping-Tabelle wird durchgeprüft, bevor sie live geht.
  5. Monitoring nach Go-live – 404-Fehler in der Search Console beobachten, Nachzügler ergänzen.
Redirect-TypWas er tutWann
301 (permanent)Vererbt Ranking, dauerhaftImmer bei Migration
302 (temporär)Vererbt nichts, temporärNie für Migration
404/Soft-404Ranking wegDer Fehler, den du vermeidest

Datenqualität: die stille Zeitfresserin

Migrationen dauern nicht wegen der Technik länger, sondern wegen schlechter Daten. Doppelte Produkte, leere Beschreibungen, kaputte Bilder-Links, inkonsistente Attribute („Farbe: Blau" vs. „blue" vs. „BL"). Meine ehrliche Empfehlung: Nutze die Migration zum Aufräumen. Was du nicht mehr verkaufst, muss nicht mit. Sauberere Daten = schnellere Migration = besserer neuer Shop. Aber sei ehrlich zu dir selbst – Datenbereinigung ist Arbeit, und die kostet Zeit (deine oder unsere).

Downtime & Go-live

Die gute Nachricht: Bei einer geplanten Migration ist die echte Downtime nahezu null. Der neue Shop wird komplett auf einer Staging-Umgebung aufgebaut und getestet. Am Go-live-Tag läuft ein finaler Delta-Import (die Bestellungen und Kundenkonten, die seit dem letzten Import dazukamen), dann wird die DNS umgestellt. Für Besucher ist das ein nahtloser Übergang. Wichtig: Go-live legt man nicht auf Freitagnachmittag. Man will Zeit haben, um zu reagieren.

Häufige Stolperfallen aus der Praxis

  • Varianten-Chaos – siehe oben. Immer die kritischste Baustelle.
  • Verlorene SEO-URLs – wenn im alten Shop schöne URLs manuell gepflegt wurden, müssen die mit.
  • Zahlungs- & Versandlogik – wird oft unterschätzt; Steuerregeln, Länder, Zahlarten müssen exakt stimmen.
  • Passwort-Migration – wenn nicht gelöst, müssen alle Kunden ihr Passwort zurücksetzen → Frust und Abbrüche.
  • „Wir bauen alles nach" – der Wunsch, den alten Shop pixelgenau zu klonen. Fast immer teurer als es wert ist.

Was kostet eine Shopware-Migration wirklich?

Realistisch liegen die meisten Migrationen zwischen 15.000 und 25.000 €. Was den Preis treibt:

KostentreiberGünstigerTeurer
Produktanzahl< 1.000> 10.000
Varianten-Komplexitäteinfachtief verschachtelt
Datenqualitätsauberchaotisch
Individuelle FunktionenStandardviele Custom-Features
DesignTheme-basiertPixel-Nachbau
Integrationenkeine/wenigeERP, PIM, Marktplätze

Deshalb arbeiten wir mit Festpreis. Unser Move-Paket (17.500 €) ist genau für diesen Fall gebaut: ein Händler mit bestehendem Shop, der professionell und ohne SEO-Verlust nach Shopware umzieht. Kein Stundenzähler, kein Überraschungs-Nachschlag. Ein Blick auf alle Pakete und unseren Prozess hilft dir, das Richtige einzuordnen.

Unterschiede je Quellsystem

  • Von Shopify: Meist saubere Daten, aber du verlierst Zugriff auf viele Apps und die /products/-URL-Struktur muss gemappt werden. Checkout-Logik unterscheidet sich stark.
  • Von WooCommerce: Sehr variabel – WooCommerce ist so gut wie das WordPress drumherum. Oft viele Plugins, oft unsaubere Daten. Migration ist gut machbar, das Audit ist entscheidend.
  • Von Magento: Technisch am nächsten an Shopware (beide „echte" E-Commerce-Systeme), oft große Kataloge und komplexe Attribute. Mehr Datenvolumen, dafür oft strukturiertere Daten.

Vor-der-Migration-Checkliste

  • Vollständiger URL-Export (Search Console + Crawl)
  • Produkt-, Kunden- und Bestell-Export gesichert
  • Liste aller genutzten Apps/Plugins und was sie ersetzen
  • Zahlungs- und Versandarten dokumentiert
  • Datenbereinigung: Was kommt mit, was nicht?
  • SEO-Baseline erfasst (aktuelle Rankings/Traffic)
  • Zugänge zu Hosting, DNS, Domain bereit

Bereit für den Umzug?

Eine Migration ist kein Risiko, wenn sie richtig geplant ist – sie ist eine Chance, mit einem schnelleren, saubereren Shop neu durchzustarten. Wenn du wissen willst, wie deine konkrete Migration aussieht, schick uns eine kurze Projekt-Anfrage. Wir schauen uns deinen Shop an und sagen dir ehrlich, was auf dich zukommt.

FAQ

Bei klarem Scope und ordentlicher Datenlage rund drei Wochen. Große Kataloge oder viele Custom-Features verlängern das.