Shopware-Shop Checkliste: Bist du startklar?
Die komplette Vorbereitungs-Checkliste vor deinem Shopware-Start: Produktdaten, Zahlung, Recht, SEO & mehr — mit dem Warum und Wie erklärt.
Die ehrliche Wahrheit vorweg: Nicht die Technik entscheidet, wie schnell dein Shop live geht — sondern wie gut du vorbereitet bist. Wir bei 21Days bauen Shopware-Shops zum Festpreis, und der häufigste Grund für Verzögerungen ist nie Shopware selbst. Es sind fehlende Produktdaten, nicht fertige Rechtstexte oder Bilder, die niemand liefern kann.
Diese Checkliste geht jeden Bereich durch — mit dem Warum und dem Wie. Arbeite sie ehrlich durch. Was du hier vorbereitest, kostet dich später kein Geld und keine Nerven.
1. Ziele, Zielgruppe & B2B vs. B2C
Bevor irgendjemand ein Theme auswählt, musst du wissen, wofür der Shop da ist.
- Was ist dein Hauptziel? (Umsatz online, Entlastung des Telefons, neue Zielgruppe)
- Wer kauft bei dir — Endkunden (B2C), Geschäftskunden (B2B) oder beide?
- Brutto- oder Nettopreise? Kundengruppen mit eigenen Preisen?
- Registrierungspflicht oder Gastbestellung?
Warum das zuerst kommt: B2B und B2C sind in Shopware technisch unterschiedliche Welten. B2B braucht Netto-Preisdarstellung, Kundengruppen, Staffelpreise, oft Freigabe-Workflows und „Kauf auf Rechnung" als Standard. Wenn du das erst nach dem Design merkst, wird umgebaut — und das kostet. Wie: Schreib in zwei, drei Sätzen auf, wer dein typischer Käufer ist und wie er heute bestellt. Das ist die Grundlage für jede weitere Entscheidung.
2. Sortiment & Produktdaten — der Knackpunkt
Hier scheitern die meisten Vorbereitungen. Produktdaten sind Arbeit, und niemand macht sie gern — aber ohne sie gibt es keinen Shop.
- Vollständige Produktliste als CSV oder Excel
- Pro Produkt: Artikelnummer (SKU), Name, Beschreibung, Preis, Steuersatz, Gewicht
- Varianten sauber strukturiert (Größe, Farbe → jede Kombination als eigene Zeile mit eigener SKU)
- Bestände je Variante
- EAN/GTIN (wichtig für Google Shopping)
- Kategorie-Zuordnung
Warum das zählt: Shopware importiert Produkte über CSV. Je sauberer deine Tabelle, desto schneller und fehlerfreier der Import. Chaos in der Tabelle bedeutet Chaos im Shop. Wie das Format aussieht: Eine Spalte pro Feld, eine Zeile pro Produkt bzw. pro Variante. Für Varianten brauchst du eine eindeutige Eltern-Artikelnummer und je Ausprägung eine eigene Zeile — also nicht „T-Shirt", sondern „T-Shirt-Rot-M", „T-Shirt-Rot-L" usw., jeweils mit eigenem Bestand und eigener SKU. Trennzeichen üblicherweise Semikolon, Zeichensatz UTF-8, damit Umlaute nicht kaputtgehen. Wenn deine Daten heute in einem ERP oder Kassensystem liegen: exportiere einen Testauszug und schau, welche Felder fehlen. Genau die klären wir im Kickoff.
3. Content & Marke — Bilder und Texte
Ein Shop ohne gute Bilder verkauft nicht. Punkt.
- Produktbilder in hoher Auflösung, mind. 1500 × 1500 px, quadratisch, freigestellt oder auf einheitlichem Hintergrund
- Format JPG (Fotos) oder PNG/WebP (bei Transparenz), sRGB-Farbraum
- Logo als Vektor (SVG oder EPS)
- Markenfarben (HEX-Codes) und Schriftart
- Texte für Startseite, Über-uns, Kategoriebeschreibungen
- Produkttexte — einzigartig, nicht vom Hersteller kopiert
Warum: Bilder sind das Erste, was Kunden sehen, und der häufigste Kaufabbruch-Grund, wenn sie schlecht sind. 1500 px als Mindestgröße erlaubt Zoom ohne Unschärfe. Ein Vektor-Logo skaliert sauber vom Favicon bis zum Header. Wie: Fotografiere oder lasse alle Produkte einheitlich fotografieren — gleicher Hintergrund, gleiches Licht, gleicher Ausschnitt. Das wirkt professionell und beruhigt das Auge. Kopiere keine Herstellertexte: Google straft Duplicate Content ab, und du willst mit eigenen Worten ranken.
4. Zahlung & Versand
Fehlt die passende Zahlart, springt der Kunde im letzten Schritt ab. Deutsche Käufer sind hier eigen.
- Zahlarten festgelegt: PayPal, Kreditkarte, Klarna, Kauf auf Rechnung, ggf. SEPA-Lastschrift, Sofortüberweisung, Apple/Google Pay
- Konto beim Zahlungsanbieter (z. B. PayPal Business, Mollie, Stripe, Unzer) angelegt
- Versanddienstleister gewählt: DHL, DPD, GLS, Hermes oder UPS
- Versandregeln: Kosten je Gewicht/Warenwert, Gratisversand ab X €, Auslandsversand ja/nein
- Lieferzeiten definiert (gesetzlich Pflichtangabe)
Warum „Kauf auf Rechnung" nicht fehlen darf: In Deutschland ist der Rechnungskauf mit die beliebteste Zahlart — besonders im B2B, aber auch B2C. Fehlt sie, verlierst du messbar Umsatz. Klarna oder ein Zahlungsanbieter wie Mollie/Unzer bündeln mehrere Zahlarten inkl. Rechnungskauf mit Ausfallschutz über eine Schnittstelle. Wie: Leg die Konten früh an — die Freischaltung bei PayPal, Klarna & Co. dauert manchmal Tage bis Wochen wegen Identitätsprüfung. Für den Versand entscheide, ob du selbst frankierst (DHL Geschäftskundenportal) oder ein Versandtool anbindest.
5. Recht & DSGVO — nicht optional
Abmahnungen im deutschen E-Commerce sind real und teuer. Diesen Teil bitte nie improvisieren.
- Impressum (§ 5 DDG)
- Datenschutzerklärung (DSGVO-konform, auf deinen Shop zugeschnitten)
- AGB
- Widerrufsbelehrung + Muster-Widerrufsformular (B2C)
- Cookie-Consent-Banner mit echtem Opt-in (z. B. Consent-Manager, Usercentrics, Cookiebot)
- Preisangaben inkl. MwSt., Grundpreise wo nötig (Preisangabenverordnung)
Warum: Impressum, Datenschutz, AGB und Widerruf sind gesetzlich vorgeschrieben. Fehlerhafte oder fehlende Texte sind der Klassiker unter den Abmahngründen. Der Cookie-Banner muss echtes Opt-in bieten — vorab gesetzte Häkchen sind unzulässig. Wie: Nimm keine Copy-Paste-Texte aus dem Netz. Nutze einen Rechtstext-Generator mit Update-Service (z. B. IT-Recht Kanzlei, eRecht24, Trusted Shops) oder einen Anwalt. Die Texte werden auf deine Zahlarten, Versandregeln und dein Sortiment zugeschnitten — deshalb solltest du Punkt 4 vorher erledigt haben.
6. Domain & Hosting
- Domain vorhanden und Zugriff auf die DNS-Einstellungen
- Bei Umzug: Zugang zum alten Shop/Hoster
- SSL-Zertifikat (bei gutem Hosting inklusive)
- E-Mail-Adressen unter der Domain
Warum: Ohne Domain-Zugriff geht der Shop nicht live. Ein SSL-Zertifikat (https) ist Pflicht — ohne warnen Browser und Google straft ab. Wie: Halte die Login-Daten deines Domain-Registrars bereit. Beim Hosting empfehlen wir Shopware-optimierte Anbieter — die Umgebung entscheidet stark über Ladezeit und damit über Conversion und SEO.
7. Schnittstellen & ERP
- Nutzt du ein Warenwirtschafts-/ERP-System? (z. B. JTL, Xentral, Afterbuy, DATEV-Anbindung)
- Sollen Bestände/Bestellungen automatisch synchronisiert werden?
- Weitere Tools: Newsletter (z. B. CleverReach, Mailchimp), Buchhaltung, Marktplätze (Amazon, eBay)
Warum: Wenn dein Lager über ein ERP läuft, willst du keine Bestände doppelt pflegen. Eine saubere Anbindung spart täglich Zeit und verhindert Überverkäufe. Wie: Kläre früh, welches System das „führende" ist — pflegst du Produkte im ERP oder in Shopware? Diese eine Entscheidung bestimmt die ganze Architektur der Schnittstelle.
8. SEO-Vorbereitung
Der Bereich, der am häufigsten vergessen wird — und der über Sichtbarkeit ab Tag eins entscheidet.
- Bei Relaunch: Liste aller alten URLs exportieren (z. B. via Screaming Frog oder Sitemap)
- 301-Weiterleitungsplan alt → neu
- Keyword-Recherche für Kategorien und wichtige Produkte
- Sprechende URL-Struktur geplant
- Bestehende Rankings & Traffic dokumentiert (Google Search Console)
Warum das bei einem Relaunch kritisch ist: Wenn du Produkte online hast, die bei Google ranken, und die URLs beim Umzug ändern sich, verlierst du diese Rankings — es sei denn, du leitest jede alte URL per 301 auf die neue weiter. Ohne diesen Plan kann der Traffic nach dem Launch einbrechen. Wie: Crawle deinen alten Shop, exportiere alle indexierten URLs und ordne jeder eine neue Zieladresse zu. Für die Keyword-Recherche schaust du, wonach deine Kunden wirklich suchen — das steuert deine Kategorienamen und Texte. Die Search Console zeigt dir, welche Seiten heute Traffic bringen; die schützt du beim Umzug zuerst.
Und wenn dir etwas fehlt?
Ehrlich: Fast niemand hat beim Start alles beisammen. Das ist völlig okay. Genau dafür gibt es unseren Kickoff. Wir gehen jeden dieser Punkte gemeinsam durch, markieren die Lücken und du weißt sofort, was noch zu tun ist. Je mehr du vorher beisammen hast, desto schneller und günstiger läuft dein Projekt — aber niemand muss diese Liste allein perfekt abhaken.
Bereit für den nächsten Schritt?
Diese Checkliste ist dein Fahrplan. Je mehr Haken gesetzt sind, desto reibungsloser läuft dein Shopware-Projekt zum Festpreis.
Schau dir unsere Pakete an — vom Starter für den schnellen Einstieg bis zu Move und Scale für größere Vorhaben. Oder stell direkt deine Projekt-Anfrage, und wir gehen die offenen Punkte gemeinsam durch.