Shopware, Shopify oder WooCommerce – der Vergleich
Ehrlicher Vergleich: Shopware vs. Shopify vs. WooCommerce inkl. 3-Jahres-Gesamtkosten (TCO), Transaktionsgebühren und Lock-in. Finde dein System.
Die Frage nach dem „besten Shopsystem" ist die falsche Frage. Es gibt kein bestes System – es gibt nur das System, das zu deinem Geschäftsmodell, deinem Wachstum und deinem Budget passt. Und die drei größten Optionen im deutschsprachigen Raum – Shopware, Shopify und WooCommerce – ziehen jeweils eine ganz andere Art von Händler an.
Wir bauen seit Jahren Shopware-Shops zum Festpreis. Man könnte also erwarten, dass wir dir hier einfach Shopware verkaufen. Machen wir nicht. In manchen Szenarien ist Shopware die schlechtere Wahl – und die kennen wir genau. Dieser Artikel gibt dir die ehrliche Version, inklusive der Zahlen, die in Verkaufsgesprächen gerne verschwiegen werden: der Gesamtkosten über drei Jahre.
Shopify – schnell live, aber du zahlst dauerhaft mit
Shopify ist die einfachste Art, einen Shop online zu bringen. Gehostet, wartungsfrei, in Tagen statt Wochen live. Für einen Test, ein D2C-Produkt oder einen kleinen Katalog ist das ein echter Vorteil. Du musst dich um keine Server, keine Updates und keine Sicherheitspatches kümmern.
Der Preis dafür ist ein Mietmodell mit mehreren Schichten:
- Monatliche Pläne: Von rund 25 € (Basic) bis 289 € (Advanced) pro Monat, Shopify Plus für größere Shops beginnt bei rund 2.300 €/Monat.
- Transaktionsgebühren: Das ist der Punkt, den viele übersehen. Nutzt du nicht Shopify Payments, sondern einen externen Zahlungsanbieter, kassiert Shopify zusätzlich 0,5 % bis 2 % pro Bestellung – on top zu den normalen Zahlungsgebühren. Bei 500.000 € Umsatz sind das schnell 2.500 bis 10.000 € im Jahr, nur dafür, dass du deinen Wunsch-Payment-Anbieter nutzt.
- App-Kosten: Shopify ist im Kern schlank. Fehlende Funktionen – Bundles, erweiterte Filter, Abos, ordentliches B2B – holst du dir über Apps, die meist monatlich kosten. Fünf bis zehn Apps à 10–50 €/Monat summieren sich schnell auf 100–400 €/Monat.
Dazu kommen zwei strukturelle Grenzen: Individualität (das Checkout- und Backend-Verhalten ist stark vorgegeben, tiefe B2B-Logik ist mühsam) und Vendor-Lock-in. Dein Shop lebt komplett in Shopifys Ökosystem. Ein späterer Umzug bedeutet: Daten exportieren, Theme neu bauen, Apps ersetzen. Du mietest, du besitzt nicht.
WooCommerce – offen und günstig, aber du wirst zum Hausmeister
WooCommerce ist ein Plugin für WordPress. Wenn du oder dein Team WordPress ohnehin kennt und Content und Shop verheiraten willst, fühlt sich das natürlich an. Die Software selbst ist kostenlos, der Einstieg günstig, und über Plugins bekommst du fast alles hin.
Genau da liegt aber auch die Falle. WooCommerce ist selten „ein" System – es ist WordPress plus WooCommerce plus 15 bis 30 Plugins, die alle voneinander abhängen:
- Plugin- und Wartungs-Chaos: Jedes Plugin hat eigene Updates, eigene Sicherheitslücken, eigene Kompatibilitätsprobleme. Ein Update kann den Checkout zerschießen. Ohne jemanden, der das aktiv pflegt, wird aus „günstig" schnell „fragil".
- Performance und Sicherheit bei Wachstum: Solange der Katalog klein ist, läuft alles. Bei mehreren Tausend Produkten oder starkem Traffic wird WordPress als Shop-Fundament spürbar zäh – Caching, Datenbank-Tuning und ordentliches Hosting werden zur Pflicht. WordPress ist außerdem das meistangegriffene CMS der Welt; ungepflegte Plugins sind das Haupteinfallstor.
- Versteckter Pflegeaufwand: Die Lizenz ist gratis, die Pflege nicht. Realistisch brauchst du monatliche Wartung – Updates testen, Backups, Security. Rechne mit 150–500 €/Monat, wenn du das nicht selbst machst.
WooCommerce ist günstig im Einkauf, aber der wahre Preis ist deine Zeit oder ein Dienstleister, der die Anlage zusammenhält.
Shopware – gemacht für Wachstum, B2B und den DACH-Markt
Shopware ist Open Source, kommt aus Deutschland und ist genau dort stark, wo Shopify und Woo an Grenzen stoßen. Der Code gehört dir, es gibt keine Umsatzprovision – egal wie stark du wächst, Shopware verdient nicht an jeder Bestellung mit.
Die eigentlichen Stärken:
- Echtes B2B: Kundenspezifische Preise, Staffelpreise, Angebote, Freigabe-Workflows, mehrere Ansprechpartner pro Kundenkonto – nativ, nicht über ein Plugin geklebt. Für Händler mit Geschäftskunden ist das der entscheidende Unterschied.
- Multistore: Mehrere Shops, Sprachen, Währungen und B2C/B2B-Kanäle aus einer Installation. Ideal, wenn du international oder mehrmarkig wächst.
- DACH-Stärke: Rechtssicherheit (deutsche Rechnungslegung, DSGVO), lokale Zahlungs- und Versandanbieter, deutschsprachiger Support und ein großes Partner-Ökosystem. Kein System ist im deutschsprachigen Handel so verwurzelt.
Der ehrliche Haken: Shopware braucht ein sauberes Setup und in der Regel einen Partner. Du bekommst keinen Shop in drei Tagen von der Stange. Dafür bekommst du ein Fundament, das mitwächst, statt dich später auszubremsen. Genau deshalb bieten wir Shopware zum Festpreis an – damit „braucht Setup" nicht „unkalkulierbar" bedeutet.
Die 3-Jahres-Gesamtkosten (TCO) – grob gerechnet
Der Monatspreis ist selten der echte Preis. Hier eine grobe Beispielrechnung für einen wachsenden Shop mit ca. 500.000 € Jahresumsatz, externem Zahlungsanbieter und mittlerem Funktionsumfang. Zahlen sind Näherungswerte, keine Angebote.
| Kostenblock (über 3 Jahre) | Shopify | WooCommerce | Shopware |
|---|---|---|---|
| Aufbau / Umsetzung | ca. 8.000 € | ca. 12.000 € | ab 17.500 € (Move-Paket) |
| Lizenz / Plattform (3 J.) | ca. 3.500–10.000 € | 0 € | 0 € (Community) |
| Transaktionsgebühren (3 J.) | ca. 7.500–30.000 € | 0 € | 0 € |
| Apps / Plugins / Erweiterungen | ca. 7.000–14.000 € | ca. 3.000–7.000 € | ca. 3.000–8.000 € |
| Hosting | inklusive | ca. 3.500–7.000 € | ca. 4.000–9.000 € |
| Wartung / Pflege (3 J.) | gering | ca. 9.000–18.000 € | ca. 9.000–15.000 € |
| Grober 3-Jahres-Rahmen | ~30.000–65.000 € | ~30.000–45.000 € | ~35.000–55.000 € |
Die Botschaft ist nicht „X ist am billigsten". Sie ist: Die Systeme landen näher beieinander, als es der Monatspreis vermuten lässt. Shopify wirkt günstig im Start, aber Transaktions- und App-Kosten skalieren mit deinem Erfolg – je mehr du verkaufst, desto teurer wird das Mietmodell. WooCommerce wirkt gratis, kostet aber laufend Pflege. Shopware hat die höchste Einstiegshürde, aber danach keine Umsatzprovision und volle Kontrolle. Wer schnell wächst, dreht die Rechnung oft zugunsten von Shopware.
Lock-in – wie teuer ist ein späterer Wechsel?
- Shopify: Hoher Lock-in. Theme (Liquid) und Apps sind Shopify-spezifisch, ein Umzug bedeutet faktisch einen Neubau. Daten kommen raus, die Logik nicht.
- WooCommerce: Mittlerer Lock-in. Daten sind zugänglich, aber die Verflechtung aus WordPress-Theme und Dutzenden Plugins macht die Migration mühsam.
- Shopware: Geringster Lock-in. Open Source, Code und Datenbank gehören dir, offene Standards und API-first. Du bestimmst Hosting und Partner selbst.
Faustregel: Je stärker du auf ein gehostetes, geschlossenes System setzt, desto bequemer der Start – und desto teurer der Ausstieg.
Die Entscheidung – ehrlich nach Szenario
| Kriterium | Shopify | WooCommerce | Shopware |
|---|---|---|---|
| Time-to-Launch | sehr schnell | schnell | mittel |
| Umsatzprovision | ja (ohne Shopify Payments) | nein | nein |
| B2B / komplexe Preise | schwach | mittel | stark |
| Multistore / international | mittel | schwach | stark |
| Individualität | begrenzt | hoch, aber fragil | hoch und stabil |
| Pflegeaufwand | gering | hoch | mittel |
| DACH-Rechtssicherheit | mittel | mittel | stark |
| Lock-in | hoch | mittel | gering |
Klein, schnell, überschaubarer Katalog → Shopify. Wenn du eine Idee validieren willst, ein sauberes D2C-Produkt hast und dich nicht um Technik kümmern möchtest, ist Shopify die pragmatische Wahl. Nimm die laufenden Kosten bewusst in Kauf.
WordPress-nah, Content-getrieben, knappes Budget → WooCommerce. Wenn Content und Shop zusammengehören und du (oder dein Team) WordPress liebt, kann Woo passen – vorausgesetzt, du planst Pflege und Wartung von Anfang an ein.
Wachstum, B2B, DACH, Kontrolle → Shopware. Wenn du langfristig planst, Geschäftskunden bedienst, international oder mehrmarkig wächst und keine Provision auf deinen Erfolg zahlen willst, ist Shopware das Fundament, das dich nicht ausbremst.
Nächster Schritt
Unsicher, welches System zu deinem Geschäftsmodell passt? Wir schauen ehrlich mit dir drauf – auch wenn die Antwort mal nicht Shopware heißt. Sieh dir unsere Festpreis-Pakete an (Starter 7.500 €, Move 17.500 €, Scale ab 30.000 €) oder stell direkt deine Projektanfrage. Ein ehrliches Gespräch spart dir am Ende die teuerste Entscheidung: die falsche.